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Die Mitglieder der Spurwechsel-Initiative haben das Ziel, ihr Leben so zu gestalten, dass es für sie selber und die Gesellschaft sinnvoll ist. Unter anderem treffen sie sich einmal monatlich zum Austausch. Die Begegnung mit Markus Bogner brachte eine Menge neuer Impulse.

Schreiben, Reden. Lernen, Coaching, das sind die wichtigsten Hilfsmittel, um sich selbst besser kennen zu lernen und zu erfahren, wo der Weg zu einem gelingenden Leben hinführen soll. All diese Techniken sind in der Initiative vereinigt.

Ein ganz wichtiges Instrument ist der monatliche Stammtisch, bei dem neben dem Austausch auch zumeist ein Impulsreferat zu einem bestimmten Thema steht. Zum letzten Stammtisch des Jahres 2016 waren wir bei Biobauer Markus Bogner zu Gast, der uns bei den Reithamer Gesprächen begeisterte.

In seinem anheimelnden Salettl auf dem Boarhof erzählte er uns von seinem Spurwechsel. Zunächst lernte er den Beruf des Elektronikers und arbeitete dann 12 Jahre als Rettungssanitäter.Trotz der erfüllenden Tätigkeit habe er zunehmende Unzufriedenheit mit dem Gesundheitssystem empfunden. Mit seiner Frau lernte er ein anderes Leben als Almer auf der Schwarzentennalm kennen.

Wachse oder weiche?

Und als ihm per Zufall beim Einheizen ein Stellenangebot in die Hände fiel, nahm er es an. Die Bogners wurden Verwalter auf einem Milchviehhof und übernahmen danach als Pächter den Boarhof in Holz. Er habe sich gern weiterbilden wollen, wie man Landwirtschaft richtig macht, aber das Prinzip „Wachse oder weiche“ habe er nicht mittragen wollen. „Ich wollte es anders machen.“

Entscheidens sei die Art der Vermarktung. Wenn ein Landwirt an einem Hendl 7 Cent verdiene, müsse er mindestens 15 000 haben, verkaufe er es aber direkt an den Verbraucher, könne er 7 Euro verlangen und es reichen 150. „Man braucht Kontakt zum Kunden und so machen wir es.“

Suche eine Arbeit, die dich erfüllt…

Der Boarhof habe 10 Hektar, davon bewirtschafte die Familie nur zwei, auf den restlichen acht habe man Pensionsvieh. Sie bauen Obst und Gemüse an und verarbeiten es, die Produkte werden im Hofladen verkauft. „Suche dir eine Arbeit, die dich erfüllt, anderen einen großen Wert gibt und einen Sinn hat, und du wirst nie wieder arbeiten müssen.“ Diese Worte von Konfuzius seien sein Motto.

Sein wertvollster Mitarbeiter bei der Produktion hochwertiger Lebensmittel sei die Evolution. „Wir ziehen unseren Samen selber,“ sagt Markus Bogner, der den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit betont. „Shit in, shit out“ drücke das sehr deutlich aus.

Nur kleinbäuerliche Landwirtschaft funktioniert

Markus Bogner bietet auch Kurse an, in denen er seine Philosophie der kleinen geschlossenen Kreisläufe vermittelt. Er sagt: „Bildung beginnt bei den Lebensmitteln“ uns konstatiert: „Unser System des Wirtschaftswachstums ist klinisch tot und wird nur mühsam am Leben gehalten.“ Viele Menschen suchen nach Alternativen und er sei überzeugt davon, dass künftig nur die kleinbäuerliche Landwirtschaft funktioniere.

Dazu aber bedürfe es einer neuen Gesamtorganisation der Gesellschaft. Man müsse einfach neue Formen ausprobieren, mit Selbstvertrauen und Vertrauen in die Prozesse dürfe man auch einmal Fehler machen und daraus lernen. In der sehr angeregten Diskussion wurde Markus Bogner gefragt, woher er sein großes Selbstvertrauen schöpfe. „Aus den Grenzerfahrungen beim Rettungsdienst“, meinte er und aus dem Urvertrauen, das er aus der Kindheit schöpfe. „Welche Liebe hat man erfahren?“

Und er plädierte dafür, sich die Lebenszeit zu nehmen um nach seinen Talenten zu suchen. Wenn der Mensch zu sich gefunden habe, Selbstvertrauen besitze und seine Kreativität ausleben könne, dann sei es schwer, Herrschaft über ihn auszuüben.

Sein Wissen hat Markus Bogner in den Buch „Selbst denken, selbst handeln, selbst versorgen“, das im oekom-Verlag erschienen ist, niedergeschrieben.

Monika Ziegler

Dieser Text ist allgemein verfasst, da wir ihn in unserem Onlinemagazin www.kulturvision-aktuell.de veröffentlichen wollen