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Hier geben wir einen Text wieder, der unter http://www.kulturvision-aktuell.de/monika-ziegler-was-heisst-anders-wachsen-holzkirchen-2016 erschien.

Nach der erfolgreichen Konferenz „Anders wachsen – Alternativen für das Oberland“ am 22. April 2016 im Waitzinger Keller in Miesbach sei oft die Frage gestellt worden, was bedeute „Anders wachsen“, gebe es nicht genug Wachstum, sollte man sich nicht in Genügsamkeit und Verzicht üben. Wachstum aber sei per se nicht schädlich, schließlich lebe es die Natur vor, zeigte die Referentin, nur ungebremstes Wachstum führe zu den bekannten Problemen.

Sie wolle anhand von Beispielen aus der Region zeigen, wie anderes, verträgliches Wachstum möglich sei. Zunächst aber gehe es um die Einstellung des Menschen, um seine Haltung. Monika Ziegler zitierte den Philosophen Christoph Quarch, der für ein inneres Wachstum, für ein Wachstum der Seele plädiere, für Potenzialentfaltung anstelle des äußeren Habenwollens. Dieses innere Wachstum geschehe dann, wenn der Mensch in diesem Weg Schönheit und Sinn sehe, wenn er im übertragenen Sinne vom Pfeil des Eros getroffen sei und sich mit Begeisterung für einen inneren, aber auch äußeren Wandel einsetze.

Der äußere Wandel betrifft verschiedene Bereiche des Lebens. Zum Thema Wirtschaft brachte die Referentin das Beispiel der Gemeinwohlökonomie, das von Biogärtner Harro Colshorn in Bruckmühl erfolgreich eingesetzt wird. Im Finanzbereich zitierte sie die GLS- und Spardabank ebenso wie sie die Vorteile einer Regionalwährung aufzeigte.

Markus Bogner aus Holz bei Bad Wiessee und Georg Hahn aus Großhartpenning sind Beispiele für Landwirte, die konsequent den Weg der kleinteiligen, biologischen Erzeugung gehen, während die Gemeinde Kreuth Schrittmacher auf dem Weg der Energieersparnis ist und ihren Bürgern eine Reihe von Hilfsmittel zur eigenen Überprüfung des Energieverbrauchs an die Hand gibt.

Zum Thema Klimawandel war die Mittelschule Valley Vorbild, hier wurde die Initiative „Plant for the planet“ vorgestellt und Schüler ließen sich zu Klimabotschaftern ausgebilden. Mit ihrem Slogan „Stop talkung, start planting“ überzeugen sie andere Kinder und Erwachsene, statt zu reden, Bäume zu pflanzen.

In der Medizin müsse es statt Reparatur mehr um Salutogenese, gehen, also wie kann sich der Mensch gesund erhalten. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Anders wachsen“, die derzeit im Landkreis Miesbach läuft, wird Dr. Wolfgang Huber am 3. März dazu berichten, begleitet von Szenen aus „Der eingebildete Kranke“.

Bildung nachhaltige Entwicklung ist ein wichtiger Pfeiler zum Thema. Das Gymnasium Miesbach hat sich bereits dem Planspiel „Energetingen“ angeschlossen, bei dem Schüler den Ausstieg aus der Kernenergie für einen Landkreis eigenständig planen und begründen.

Den persönlichen Lebensstil kann man anhand seinen ökologischen Fußabdruckes ermitteln. Die Referentin musste einräumen, dass auch ihr Abdruck mit 2,8 zu groß ist und ihr empfohlen wurde, weniger Auto zu fahren und eine kleinere Wohnung zu bewohnen. Also mehr öffentliche Verkehrsmittel und vielleicht langfristig ein Wohnprojekt wie es die „Oase Thalham“ vormacht und die im Rahmen der Veranstaltungsreihe besucht wird.

Jeder ist also aufgerufen, selber zu denken, selber zu handeln, sich in Gemeinschaften zu verbünden, Samen auszustreuen und so zu wachsen, anders zu wachsen. Die nächste Veranstaltung findet am morgigen Donnerstag, 20. Oktober um 19.30 Uhr im Katholischen Pfarrsaal Holzkirchen statt. Christof Langer, Theologischer Referent des KBW Miesbach zeigt den Film „Speed – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Wer der Termin verpasst, am Sonntag, dem 22. Januar kommt Christof Langer um 11 Uhr ins Foolstheater im Kultur im Oberbräu.

Eine Antwort auf Vortrag „Anders wachsen“ am 18. Oktober 2016

  • Den persönlichen Lebensstil kann man anhand seinen ökologischen Fußabdruckes ermitteln. Die Referentin musste einräumen, dass auch ihr Abdruck mit 2,8 zu groß ist…

    Das heißt, wenn alle Menschen Deinen Lebensstil hätten, benötigten wir 2,8 Erden, was ja verheerend klingt.

    Aber ist dieses relative Maß von Erd-Einheiten akkurat, fair, wirklich nützlich?

    Denn es gibt eine „gute“ Nachricht durch eine andere Betrachtungsweise: Aus dem Ergebnis lässt sich errechnen, dass mit Deinem Lebensstil ca. 2,5 Milliarden Menschen auf einer Erde leben könnten!

    Nicht schlecht, oder?!