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Körpersprache ist für die Schauspielerin und Trainerin Daniela ein wichtiges Instrument. In den Untersuchungen von Amy Cuddy fand sie eine klare Erfolgsstrategie. Die Amerikanerin hatte nach einem schweren Autounfall Probleme ins Leben zurück zu finden. Insbesondere hatte sie Angst vor öffentlichem Auftreten. Diese überwand sie durch Anwendung einer einfachen Regel: „Fake it till you become it“, also: Tu so als ob, bist du es wirst. Diese Regel funktioniert bekanntermaßen bei schlechter Laune. Wenn man lächelt, wobei aber die Augen teilnehmen müssen, stellt sich die gute Laune automatisch ein. Der Körper beeinflusst also den Geist.

Amy Cuddy wandte diese Regel auf den ganzen Körper an. Powerposen, also insbesondere weit ausgestreckte Arme, für ein bis zwei Minuten angewandt, signalisieren dem Hirn, ich bin offen, selbstbewusst, risikobereit, belastbar und habe den Wunsch an einer Sache teilzunehmen, auch mit anderen zu konkurrieren. Das Gegenteil, eine geduckte Beugerpose, die jeder automatisch einnimmt, wenn man unsicher ist und sich schützen will, verstärkt exakt dieses Verhalten.

Powerposen – mehr Testosteron

In einer Studie, so erzählte Daniela, wurde jetzt ein spannender Zusammenhang nachgewiesen. Die Powerpose wirkt sich auf die Ausschüttung von Hormonen aus. Der Testosteronspiegel, steigt um 20 Prozent, der Cortisolspiegel sinkt um 10 Prozent. Testosteron ist das sogenannte Dominanzhormon, deshalb auch bei Männern stärker ausgeprägt als bei Frauen. Cortisol ist das Stresshormon. Begebe ich mich aber in die Beugerpose, dann steigt der Cortisolspiegel um 15 Prozent und der Testosteronspiegel sinkt um 10 Prozent.

Mit dieser Erkenntnis kann also jeder sein Auftreten verändern. Vor einem Vortrag, vor einem Bewerbungsgespräch für zwei Minuten in eine stille Ecke, notfalls eine Toilette gehen, breitbeinig hinstellen, die Arme hochreißen und für zwei Minuten verharren. Hilft, verspricht Daniela. Man habe festgestellt, dass ein selbstbewusstes, sicheres Auftreten bei einem Bewerbungsgespräch ebenso wichtig sei wie Kompetenz. Andererseits würden Menschen, die sich in Beugerposen präsentieren am ehesten entlassen, wenn Firmen reduzieren müssen, weil man von ihnen keinen Widerstand erwartet.

Amy Cuddy plädiere dafür, dieses Potenzial, was in jedem stecke, der Welt zur Verfügung zu stellen. Wir entschieden uns, die einfache Übung anzuwenden und in Kommentarbereich unten die Erfahrungen mit den anderen zu teilen. Auf geht’s!

Monika Ziegler