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Woher dieses Instrument kommt, ist nicht ganz klar, vielleicht aus dem Sufismus, vielleicht aus der christlichen Mystik, auf jeden Fall ist es keine Geheimlehre, sondern ein wirksames Mittel, um die eigene Persönlichkeitsstruktur zu erkennen und Veränderungen zur Entfaltung vorzunehmen. „Werde so wie du gemeint bist“, kann als Überschrift zu diesem Prozess dienen, der insbesondere für das Zusammenleben hilfreich ist. Wenn man die Reaktionen anderer Menschen anhand ihrer Bedürfnisse einordnen kann, sind Beziehungen weniger von Missverständnissen begleitet.

Der evangelische Pfarrer Andreas Ebert aus München hat in den 80er Jahren das Eneagramm in Deutschland bekannt gemacht, es wird heute in der Seelsorge, Therapie und bei Coachingprozessen angewandt. Die Methode ergänzt die Ideen der Entwicklungspsychologie, wie sie insbesondere C.G. Jung verbreitete. Danach wird der Mensch mit einem breiten Spektrum an Möglichkeiten geboren, das dann durch Erziehung und Erfahrungen eingeengt wird, wobei eine bestimmte Persönlichkeitsstruktur entsteht.

Die Aufgabe der zweiten Lebenshälfte besteht darin, diesen eingeengten Teil wieder zu weiten. „Das Werden des Ich“ nannte es Jung, Anselm Grün schrieb dazu das Buch „Lebensmitte als geistige Aufgabe“ und Graf Dürckheim sprach vom „Werden der Person“.

Das Eneagramm gibt dazu die praktischen Werkzeuge an die Hand. Demnach gibt es dreimal drei dominierende Persönlichkeitsstrukturen. Zunächst unterscheidet man nach Kopf-, Herz- und Bauchtypen und diese haben wiederum drei Untergruppen, so dass neun Muster zu unterscheiden sind. Bestimmend ist jeweils das Grundbedürfnis. So ist bei Bauchtypen das Bedürfnis nach Autonomie, bei Kopftypen das Bedürfnis nach Orientierung und Sicherheit und bei Herztypen das Bedürfnis nach Beziehung vorherrschend.

Wichtig ist also in erster Linie herauszufinden, wer der eigene Antreiber ist. Zudem gilt zu ermitteln, wovor man Angst hat. Wenn damit der Typ festgelegt werden kann, ist die Lebensaufgabe zur Weitung der Persönlichkeit definiert.

Heike stellte uns die neun Typen vor, wobei wir irgendwann Fragen und Bemerkungen kappen mussten, weil wir sonst bis Mitternacht gebraucht hätten. Das zeigte aber, dass das Interesse am Thema immens war. Deshalb entschieden wir uns, das Eneagramm weiter zu verfolgen. Heike beherrscht eine Interviewtechnik, die es dem Einzelnen ermöglicht, seinen Typ zu ermitteln. Wir planen ein dreitägiges internes Seminar zu günstigen Konditionen, bei dem wir das Eneagramm mit anderen Techniken verknüpfen wollen.

Monika Ziegler