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In den vergangenen Monaten hatten wir uns immer Sätze aus der Literatur vergenommen, die wir weitergeschrieben haben. Sie alle hatten etwas mit persönlichem Wachstum zu tun. Die Aufgabe für diese Schreibwerkstatt bestand in dem Satz von Ödön von Horvath: „Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur so selten dazu.“

Zunächst aber erfreute uns eine Teilnehmerin mit einem Text, den sie zur vorherigen Aufgabe: „Nichts ist so schwer wie der Mensch zu werden, der man ist“ von Thomas Sautner. Der Tenor ihres Gedichtes war die Überzeugung, dass man am Lebensende Frieden schließen darf mit dem, was war und jede Facette des Lebens als richtig, auch wenn sie schwer war, empfinden kann. Deshalb, weil man eigentlich schon der ist und nicht zu werden braucht.

„Ich habe keine Zeit“

Zum aktuellen Thema hatte sie nur ein Wort: „Jetzt-Zeit“ verfertigt.

Zwei Texte befassten sich vornehmlich mit dem zweiten Teil, „ich komme so selten dazu“ und thematisierten das Problem des „ich habe keine Zeit“. Dies aber ist ein Satz, der inhaltlich falsch ist. Die Zeit ist einfach und wir haben sie nicht. Unsere Aufgabe ist es, die von uns unabhängige Zeit mit dem zu füllen, was unser Leben bereichert. Natürlich sind wir Zwängen unterworfen, müssen Geld verdienen, putzen und waschen, aber es ist an uns, die Prioritäten so zu setzen, dass wir mit unserem Leben einverstanden sind.

Dieses „ich bin eigentlich ganz anders“ darf doch ausgelebt werden, wenn ich meine Zeit so einteile, dass ich mich nicht verzettele, dass ich auch einmal „nein“ sage. Ansonsten ist es eine simple Ausrede. Und der erste Schritt in die Richtung, „anders zu sein“ ist, sich jeden Tag fünf Minuten für etwas zu reservieren.

Fünf Minuten

Für den, der gar nicht anders sein will, sind die fünf Minuten für Willenskraft reserviert, etwas zu tun, das er ungern macht und schon ewig aufschiebt, nach dem Motto „ich komme nicht dazu“.
Für den, der anders sein will, können die fünf Minuten zum Innehalten dienen, zu reflektieren, wie er denn nun eigentlich sein will und was dafür zu tun ist.

Die Teilnehmer bemängelten, dass die Texte der Schreibwerkstatt nicht zuzuordnen sind, dass es kein System gibt, sie auf der Website zu finden. So kam die Idee auf, doch Texte zu einer Broschüre zusammen zu stellen, damit man Interessenten etwas vorweisen kann, so wie das vor drei Jahren mit der Broschüre „Heimat“ geschah.

Aus dieser Idee erwuchs dann das Vorhaben, das Thema „Anders wachsen – Alternativen für das Oberland“ der Konferenz am 22. und 23. April 2016 im Waitzinger Keller in Miesbach, das die Spurwechsel-Initiative organisiert, für Texte zu verarbeiten. Damit ist sehr viel Freiheit verbunden. Der eine mag nach wie vor inneres Wachstum bearbeiten, andere einen ökologischen, einen wirtschaftlichen oder kulturellen Aspekt im Auge haben. Auf jeden Fall soll uns dieses Thema die nächsten Monate beschäftigen. Als nächster Termin für die Schreibwerkstatt ist der 30. November vorgesehen.

Monika Ziegler

Eine Antwort auf Bericht von der Schreibwerkstatt am 21. Oktober 2015