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Zum einen lässt sich der Satz so zu verstehen, dass der Lebensweg schwer war. Äußere Bedingungen, Abschiede, Umzüge, Schicksalsschläge. Dann kommt es auf die innere Haltung an, ob man das Leben als schwer ansieht oder ob man es als Herausforderung betrachtet, an den Schwierigkeiten zu wachsen. Es geht darum, was man daraus gemacht hat, darin waren wir uns einig.

Und bei schwierigen oder lästigen Dingen im Leben ist es besser, sie gern zu tun, denn man muss sie eh erledigen, warum sich also ärgern. Lieber Ärmel hochkrempeln und anfangen.

Und keiner ist unwichtig, denn zu einem Uhrwerk gehören viele Rädchen, kleine und große. Und so kommt die Bedeutung der Gemeinschaft ins Spiel. Es wird immer leichter, wenn man sich zusammenschließt.

Aber der Satz ist auch anders zu verstehen, nämlich so, dass man derjenige werden muss, der eigentlich gemeint ist. Nur wer ist das? Und wer ist die Instanz, die das fest legt? Muss ich einem Ideal hinterher jagen, oder darf ich einfach so sein, wie ich bin? Ist man eigentlich besser, als man sich gibt? Und lenkt man sich einfach nur mit vielen Dingen ab,um nicht die Verantwortung für sich zu übernehmen, ein selbst bestimmtes Leben zu führen?

Aus Sils Maria erreichte uns ein Beitrag folgenden Inhalts:

„Nichts ist so schwer im Leben, wie der zu werden, der man ist.“
Oder: „werde der du bist“, wie der griechische Philosoph Pindas lehrte.
Aber stimmt das?
Ist es nicht vielmehr noch schwerer, der zu werden, der man sein könnte? Nietzsche schenkt den Menschen ein Gedankenexperiment, den Gedanken von der ewigen Wiederkehr des Gleichen.  
Was, wenn jeder Augenblick im Leben genauso wiederkehrt? Und ich habe mein Leben so dahin gelebt, fremdbestimmt und unzufrieden? Und genau das wiederholt sich dann in alle Ewigkeit? Muss ich dann nicht vielmehr mein Leben in die Hand nehmen und es selbst derart gestalten, dass ich es in jedem Augenblick bejahen kann und „da capo!“ ausrufen, „noch einmal! Und immer wieder!“? Um mit meinem ganzen Wollen ein bejahenswertes Leben zu schaffen, das sich so wieder und wieder wiederholen kann, und ich am Ende sagen kann: „so habe ich es gewollt!“ Wahrlich, es ist nicht einfach, der Mensch zu werden, der man sein KÖNNTE, aber man kann es jeden Tag aufs Neue angehen!!

Herzliche Grüße, auch von Christoph Quarch.

Und so kamen wir zum Schluss, dass wir doch an uns arbeiten müssen. Und deshalb schlagen wir als Thema für die nächste Schreibwerkstatt den Satz von Ödön von Horvath vor:

„Eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.“

Also Schluss mit den Ausreden, raus aus der Komfortzone!

Monika Ziegler