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Nina Treu stammt aus Schliersee und gründete mit gleichgesinnten AkademikerInnen das Konzeptwerk Neue Ökonomie in Leipzig. Ihnen liegt am Herzen, der nach unbegrenztem Wachstum strebenden Wirtschaft und Politik neue Modelle entgegen zu setzen. Dabei ist es ihnen wichtig, soziale, ökologische und demokratische Prinzipien zu verbinden.

Nina Treu beim Draxlhamer Salon

Nina Treu beim Draxlhamer Salon

„Wir wollen unsere gemeinsamen Ideale weiterfolgen“, sagte Nina Treu und das sei auf dem normalen Arbeitsmarkt kaum möglich. Im Konzeptwerk Leipzig leisten die 17 AktivistInnen umfassende Bildungsarbeit, geben Materialien heraus, leiten Seminare, halten Vorträge und wollen damit Alternativen zur gängigen Praxis publik machen.

Im vergangenen Jahr organisierte Nina Treu mit einem Team die Internationale Degrowth-Konferenz in Leipzig mit 3000 Teilnehmern. Das Interesse an einer Postwachstumsgesellschaft oder einer Wachstumswende ist also groß.

Wie also soll eine Gesellschaft organisiert sein, die dem Einzelnen Sinn gibt, die gerecht ist und die unsere endliche Welt mit endlichen Ressourcen schützt? „Wir wollen Alternativen vernetzen, verstärken und öffentlich machen“, erklärte Nina Treu und nannte eine Vielzahl regionaler Initiativen. Dazu gehören Gemeinschaftsgärten in Städten, Solidarische Landwirtschaft, die „transition town“ Bewegung, Alternativwährung, Repaircafés, Umsonstläden, Sharinginitiativen, Alternative Wohnprojekte, Open Source in Soft– und Hardware, Tauschbörsen, usw.

Ebenso wichtig wie die sogenannten Graswurzelinitiativen aber seien politische Schritte, betonte Nina Treu. Eine Sozial-Ökologische Steuerreform, neue ökonomische Formen wie die Gemeinwohlökonomie, Regulierung der Finanzmärkte, Schuldenschnitt, Arbeitszeitverkürzungen sind nur einige Modelle, sie sie vorstellte.

In der Diskussion wurde deutlich, dass es darauf ankommt, Alternativen anzustoßen, Menschen mit ähnlichen Ideen zusammen zu führen, Politik und Wirtschaft wieder in das Bewusstsein des Einzelnen zu holen, ihm klar zu machen, dass er etwas verändern kann.

Sie werde immer wieder gefragt, ob es einen Masterplan gebe, sagte Nina Treu. „Ich glaube nicht, dass es einen einzigen Weg gibt, sondern wir müssen viele praktische Beispiel ausprobieren und auch negative Erfahrungen sammeln.“ Wichtig aber sei, selbst bestimmt zu leben und neue Denkweisen zu erproben, im Kleinen und im Großen. Ihre Organisation wolle dazu beitragen, Menschen zu ermutigen, diese Alternativen selbst auszuprobieren.

Text: Monika Ziegler
Foto: Petra Kurbjuhn