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Video vom Spurwechseltag 2015

Hier können Sie die Vorstellung der Spurwechsler und die Podiumsdiskussion noch einmal ansehen (Dauer ca. 20 min):

Die Veranstaltung, eine Kooperation der vhs Miesbach, des Kulturamtes der Stadt Miesbach und Kulturvision e.V., begann mit einer hochspannenden Ausstellung im Foyer des Waitziner Kellers. Einen Perspektivwechsel vollzogen Bildhauer Georg Brinkies und Fotograf Wolfgang Herrmann, indem die Skulpturen im „fremden“ Raum platziert und fotografiert wurden.

Im Künstlergespräch erzählten Brinkies und Herrmann, dass sie den Betrachter mitnehmen möchten in die Geschichte, die jede Skulptur erzählen kann. Da steht der unnatürlich hoch und zerbrechlich wirkende weiße Stuhl im Wald auf rotem Blätterlaub. Da stehen zwei Figuren auf dem Zebrastreifen und „warten“, dass sie die Straße überqueren können. In einer dritten Dimension hat Georg Brinkies zu den Fotografien Texte geschrieben.

Von Arbeiten anderer sich inspirieren lassen

Es entwickelte sich ein intensives Gespräch mit den Zuhörern, aus dem sich ganz neue Ansätze für die Zusammenarbeit von Künstlern im Landkreis ergeben können. Nele von Mengershausen, Künstlerin aus Bayrischzell, schlug vor, dass Künstler sich noch mehr aus den Arbeiten anderer inspirieren lassen sollten und Horst Hermenau, Maler und Musiker aus Holzkirchen, regte an, mit seiner Musikgruppe die Texte Brinkies zu vertonen. Wieder eine neue Dimension.

Mit Musik des großartigen Trio Riscant vom Münchner Sommertheater begann im Saal die Podiumsdiskussion. Isabelle Schreiber, Ramon Bessel und Christoph Hirschauer boten ein Programm, das von Regisseurin Ulrike Dissmann eigens für das Spurwechselthema zusammengestellt und mit passenden Moderationen verbunden war.

BR-Moderator Stefan Scheider führte professionell und charmant durch das Programm. Von Anfang an in die Spurwechselinitiative eingebunden, hatte er für jeden Podiumsgast die passenden Fragen parat. Ich selbst durfte unser Projekt erläutern. Wir wollen Menschen Mut machen, den eigenen Weg für ein gelingendes Leben zu finden.

 

Politik, Wirtschaft, Bildungsträger sensibilisieren

Spurwechselpodium (2)Dazu dient diese Spurwechseln-Website, auf der Erfolgsgeschichten von Spurwechslern nachzulesen sind. Zudem bieten wir ein Forum und Begegnungsmöglichkeiten unterschiedlicher Art für Menschen an, die noch unterwegs auf der Suche nach der richtigen Spur sind. Jetzt aber wollen wir auch Politik, Wirtschaft und Bildungsträger sensibilisieren.

Erfolgasutorin Margaret Heckel machte insbesondere auf die Chancen des demografischen Wandels aufmerksam und rief dazu auf, auch im fortgeschrittenen Alter noch einmal neu anzufangen. Sie wies darauf hin, dass in Deutschland dringender Bedarf an neuen Bildungsangeboten für Spurwechsler und Flexibiliät am Arbeitsplatz besteht, so wie es in den USA gang und gäbe ist.

Unternehmer Andreas Haßler, selbst mehrfacher Spurwechsler und Gründer der Firma oped, erläuterte die Möglichkeiten im Unternehmen für jeden Mitarbeiter optimale Bedingungen zu schaffen und erklärte die Bereitschaft des Unternehmerverbandes, mit der Spurwechselinitiative zu kooperieren.

Ein neues Wirtschaftsmodell stellte Sebastian Girmann vor, der eine Erzeugergemeinschaft für regionale, saisonale Produkte gründete. Hier übernehmen die Verbraucher die Verantwortung für die Gärtnerei, in der Biogemüse angebaut wird und erhalten dafür wöchentlich eine Gemüsekiste, deren Inhalt nicht unbedingt der Verbrauchernorm entsprechen muss, aber hochqualitativ ist.

Peter Hein fährt zwei Spuren. Er hat einen Brotjob und geht daneben seiner Leidenschaft für Orgelrestaurierung nach. Als Mitglieder unserer Schreibwerkstatt las er eine poetische Geschichte über nicht verwirklichte Träume.

Die Diskussion zeigte das rege Interesse des Publikums am Thema. Michael Pelzer, der vom Landrat beauftragt wurde, das Thema Bildungslandkreis Miesbach zu beleben, sucht Wege, wie die Kommunalpolitik die Initiative unterstützen kann. Die Teilnehmer trafen sich anschließend zu ausgiebigen Begegnungen zusammen.

Monika Ziegler

Foto: Petra Kurbjuhn

2 Antworten auf Bericht vom Spurwechseltag am 8. Mai 2015

  • Ich fand die Frage aus dem Publikum „wie geht es mit der Spurwechseln-Initiative weiter“ sehr gut und leider unzureichend beantwortet. Mein Wunsch: Lasst uns diese Frage beim nächsten Stammtisch ausführlich und möglichst konkret besprechen! – MH

  • Hallo Frau Dr. Ziegler!
    Ein paar kleine Rückmeldungen von unserer Seite:
    Zum einen möchte ich mich herzlich für den Artikel in „Kulturvision“ bedanken. Sie haben im Text genau das wiedergegeben, was ich ausdrücken wollte. Ich freue mich sehr, wenn jemand versteht, was ich sagen will, das ist nicht immer der Fall, danke.
    Zum zweiten, es gibt keine Zufälle. Ohne unser Theater und unsere Begegnung wären ich und meine Frau nicht auf die Spurwechsler aufmerksam geworden. Mit der Thematik greifen Sie einen garnicht hoch genug einzuschätzenden Aspekt in unserer Gesellschaft und überhaupt auf. Hinter der Maske und Fassade des Alltags versteckt sich bei den meisten Angst vor allem vor der eigenen Grösse und dem Vertrauen zu sich selbst und seinen Eingebungen.
    Meine Frau und ich wissen sehr wohl, wovon wir sprechen, wir haben schon mehrfach im Leben die Spur gewechselt, und obwohl im Endeffekt nur positive Erfahrungen und Entwicklung daraus entstehen, ist es jedesmal wieder eine große Herausforderung.
    Aufgezeigte Beispiele von Spurwechslern, gepaart mit Ehrlichkeit und Darstellung von positiven und weniger guten Erfahrungen dabei sind für jeden von uns eine große Hilfe und Stütze, auch hier danke für Ihre Arbeit!

    Zum Schluß nochmal die Bitte um Information wegen der Veranstaltung Anfang September im Waldviertel, ich habe bis jetzt im Internet keine nähere Info darüber gefunden. Ich würde gerne daran teilnehmen, danke im Voraus für Ihre Bemühungen.
    Mit herzlichen Grüssen
    Sepp und Josefa Grundbacher