Wollen Sie über neue Beiträge und Termine automatisch benachrichtigt werden? Dann tragen Sie Ihre Email-Adresse unten ein!
Name
E-Mail-Adresse*

Die Idee, einen Satz aus einem Roman weiterzuschreiben, fanden die Mitglieder der Schreibwerkstatt spannend. Wir hatten das erstmals bei einem Schreibseminar im September 2014 ausprobiert. Damals war es der Satz aus Bodo Kirchhoffs Roman Verlangen und Melancholie: „Wie vielen Menschen darf man im Leben ‚Ich liebe dich‘ ins Gesicht sagen?“ Ich hatte zwei der Texte Bodo Kirchhoff gegeben und er war sehr angetan von dieser Übung und den Ergebnissen.

Jetzt hatte ich dasselbe Buch genommen und zufällig den Satz aufgeschlagen: „Ein Liebender erfährt immer auch eine Heilung.“ Der zu schreibende Text sollte 2500 Zeichen nicht überschreiten, wir wollen uns in der knappen Form üben.

Die vorgetragenen Ergebnisse waren höchst unterschiedlich. Zwei Texte hatten zum Inhalt, dass die Heilung durch Trennung erfolgt, also die klaren Aussagen: „Ich verliebe mich in einen anderen“ und „Ich liebe dich nicht mehr„. Unsere Poetin hatte wieder wunderbare Bilder gemalt zu einem aus zerschmetterndem Liebesglück erwachsenem neuen Mut und zur Erkenntnis: Das eigene Ich am Du erkannt.

Den Satz ans Ende des Textes zu stellen, war die Idee einer Teilnehmerin, die eine Liebe beim Klassentreffen beschrieb. Und wie ein Mensch tatsächlich Heilung durch Liebe im letzten Lebensabschnitt erfährt, war das Thema eines weiteren Textes.

Eine köstliche Satire, in der die Bücher des Regals zu Protagonisten wurden, erheiterte die Runde ebenso wie die zwei Texte eines Teilnehmers, der noch Weihnachtsgeschichten, geschrieben aus der Sicht eines Kindes, auf Lager hatte.

Für den jetzt zu schreibenden Text nahmen wir uns wieder einen Satz vor. Dieses Mal aus dem Roman von Friedrich Ani Idylle der Hyänen. Er lautet: „Das Umarmen hatten sie schon vor Jahren sein lassen.“ Und wieder nur 2500 Zeichen. Nächste Schreibwerkstatt: 4. März 2015, 19.30 Uhr, Draxlham 1.

Monika Ziegler