Wollen Sie über neue Beiträge und Termine automatisch benachrichtigt werden? Dann tragen Sie Ihre Email-Adresse unten ein!
Name
E-Mail-Adresse*

Es war ein kleiner, intensiver Stammtisch in der Alten Post in Warngau. Klein genug, dass angeregte Diskussionen und intensives Eingehen auf jeden Einzelnen in einem Maße möglich war, welches eine größere Runde nicht so einfach zulässt.

Diese Möglichkeit zum angeregten Austausch wurde gut ausgenutzt, besonders weil sich die Teilnehmer eine längere Zeit nicht gesehen hatten, und sich daher in der Zwischenzeit vieles Neues ereignet hatte und frische Wege beschritten wurden.

In einer besonderen Übergangszeit befindet sich inzwischen eine Spurwechslerin, die bald ein Sabbatjahr vor sich hat. Das möchte sie nutzen, um ganz zur Ruhe zu kommen und sich dennoch gleichzeitig zu rüsten für die neue Zeit danach. Eine Mischung aus Stille und Achtsamkeit an einem Rückzugsort in der Natur soll helfen, Abstand zu finden und loszulassen, um schlussendlich wieder zurück zu sich selbst führen. Verschiedene Ideen wurden zusammengetragen, wie ein solcher Rückzugsort, ein sehr persönliches Refugium, aussehen könnte. Möglichkeiten gibt es viele. Zugleich soll die Zeit des Sabbatjahres für Weiterbildungen genutzt werden, damit die Zeit danach nicht ganz aus den Augen verloren wird, denn alles ist offen: vom Zurückgehen in den alten Beruf unter neuen Vorzeichen bis zu einem komplett neuem Zukunftsbild.

„Ich weiß, wo ich bin und fange nicht mehr so schnell an zu wackeln.“

Nicht einfach gemacht hat es sich eine Spurwechslerin, die sich jahrelang zwischen verschiedenen Passionen hin- und hergerissen fühlte, weil sie immer sehr stark spürte, da ist mehr, als der Beruf den sie gut und auch gerne ausübt. Aber etwas fehlte stets, ein wichtiger, weiterer Teil zu ihrer Verwirklichung ihrer verschiedenen Talente und Gaben.

Nachdem sie sich lange gespalten fühlte, ist sie jetzt an einem Punkt angekommen, wo sie spürt, es lässt sich das scheinbar Verschiedene sehr wohl unter einen Hut bringen, es wird zu einer Qualität, die verschiedenen Komponenten ergänzen sich. Lange hat man vielleicht das Gefühl, man fische im Trüben, bis sich ein festes Bild, ein einheitliches Ganzes als Pfad abzeichnet, der konkrete Konturen annimmt und zum begehbaren Weg wird. Daher sei wichtig, zuerst die Normen zu studieren und begreifen, um danach mit dem Gewohnten und den Konventionen zu brechen, zuerst das Gewöhnliche zu kennen, um danach das Ungewöhnliche zu wagen.

Das Thema, wie verschiedene Talente unter einen Hut zu bringen sind und danach auch zu verschiedenen Standbeinen werden können, wurde breit aufgegriffen und von verschiedensten Seiten beleuchtet. Vor allem ist es wichtig, nach Außen eine klare Aussage, einen klaren Auftritt zu gestalten. Denn auf „Wie bringe ich die spannenden Vielfalt unter einen Hut?“ folgt gleich „…und wer hat dann den Hut auf?“

Dinge, die gut ineinander fließen können, ergeben einen starken Synergieeffekt. Das muss aber genau und klar herausgearbeitet werden, meinen die Diskussionspartner in der angeregten Runde.

Ein anderes Phänomen ist auch, dass sich dem Gesetz der Synchronizität zufolge plötzlich immer mehr Informationen und Dinge ansammeln, die der neuen Sache, mit der man sich ganz beschäftigt, dienen. Diese Erfahrung hatte ein Spurwechsler in den vergangenen Monaten ganz konkret gemacht. Ist erst ein Anfang getan, gerät alles in einen Fluss, und es schadet nicht, sich mit etwas Vertrauen dem Fliessen anzuvertrauen, auch wenn sich Hindernisse auftun.

Wenn eine Tür zuschlägt, öffnet sich eine andere, und aus der Tür wird womöglich ein Tor.

Auch Rückschläge müssen hingenommen werden, etwa wenn sich eine neue Tür aufgetan hatte, durch die eine Spurwechslerin begeistert und voller Engagement geschritten ist, die sich nun wieder schließt. Trotz allem, sie ist um einige Schritte weiter als zuvor, hat neue Kontakte geknüpft, neue Erfahrungen und auch gute Referenzen gesammelt. Daher ist der Rückschlag kein Rückschritt, sondern eben gerade der Start in den nächsten, großen Schritt, und die zuvor durchschrittene Tür wird dann vielleicht sogar zum Tor.

Dazu passte am Schluss das Zitat des Philosophen Christoph Quarch auf eine seiner philosophischen Wanderungen nach Nietsche´s Zarathustra: „Dem Untergang entspricht ein Übergang. Man lässt nicht los, sondern nimmt in die Hand – in die eigene Hand. Deshalb: am Anfang steht der Untergang… Und die, die zum Grunde gehen, sind die, welche dem Leben auf den Grund gehen. Was soviel heißen will wie: Auf-Brechen des Gewohnten und Vertrauten, zum Zer-Brecher werden an den selbstauferlegten Zwängen.“

Der nächste Spurwechsler-Stammtisch findet am 29.10.2014 im Gasthaus Zur Post in Warngau statt.

Ines Wagner