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„Mitten in Deutschland- – Entdeckungen an der ehemaligen Grenze heißt das Buch, aus dem Rüdiger Dingemann am 6. Mai im Draxlhamer Salon las….

Soeben bei National Geographics erschienen, ist das Buch ein umfassender Band aus Texten und Fotos, der 25 Jahre nach dem Mauerfall von den Orten an der ehemaligen innerdeutschen Grenze erzählt.

Rüdiger Dingemann hatte gemeinsam mit seiner Frau Renate Lüdde sechs Jahre lang recherchiert, um dieses 1400 km lange Grüne Band kennen zu lernen. Er sagte, er habe keine verwandtschaftlichen Bindungen in die DDR gehabt, durch die Reisen und Begegnungen aber in diesen sechs Jahren herausgefunden wie schön und interessant die Region „Mitten in Deutschland“ sei. Mit seinem Buch wolle er Menschen Lust machen, diese Landschaften und Orte zu besuchen.

„Mehr als 40 Jahre lang ging ein Riss durch deutsche Lande, von Travemünde bis zum einstigen Dreiländereck bei Hof“, so beginnt das Buch. Das unbekannte Deutschland in der ehemaligen Grenzregion ist eine uralte Kulturlandschaft und so erzählt der Autor von Geschichte, Natur, Wirtschaft, von Ferienregionen und von der kulturellen Vielfalt in Städten und Dörfern auf beiden Seiten der Demarkationslinie.

Er erzählt von Zwangsumsiedelungen, von Grenzzwischenfällen, vom Leben im Sperrgebiet und vom Fall der Mauer, die zur Wiedervereinigung führt. Er führt den Leser zum Schaalsee, in den Harz und in die Rhön und macht Halt bei den Dichtern Heinrich Heine und Johann Wolfgang von Goethe.

Dazu bringt er Zeitzeugenberichte, wie etwa den Bericht von Hildegard Abraham, die 50 Jahre lang im „Haus auf der Grenze“ wohnte, oder von Hanns Friedrich, der sich erinnert „Als die Grenze wirklich offen war“.

Er berichtet von Mödlareuth, „little Berlin“, der geteilten Stadt, und wie es dort heute aussieht. Auch die berühmt gewordene Flucht zweier Familien im Ballon, ist Thema des Buches. Als ihr Ballon nach abenteuerlichen 28 Minuten Flugzeit landet, wissen die Passagiere nicht, wo sie sind. Die zwei Männer erkunden die Gegend, treffen auf ein Auto und fragen völlig außer Atem: „Sind wir hier im Westen?“ woraufhin die beiden Streifenpolizisten im Auto antworten: „Nein, in Oberfranken.“

Im Anschluss an die Lesung gab es eine lebendige Diskussion mit Erfahrungsberichten einiger Zuhörer.

Monika Gierth