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Uwe Alschner aus Bad Essen hatte schon bei der Podiumsdiskussion im Waitzinger Keller am 21. April wertvolle Impulse gegeben. Jetzt schlug er vor, neben dem Begriff Erfüllung auch die Aspekte Verletzlichkeit und Scheitern in die Diskussion aufzunehmen. Dazu konnte fast jeder seine Erfahrung einbringen. Scheitern ist Schmerz und Tragik einerseits, aber eben auch heilsam, weil zum einen nur ein Aspekt des Menschseins scheitere und zum anderen dieses Scheitern zur tieferen Reflexion anrege und weiter bringe, sagte Brigitte Müller aus Bayrischzell.

Sie könne es nur schwer ertrage, meinte Bärbel Scholz aus Penzberg, dass Menschen im Beruf an der falschen Stelle sitzen, dass sie ihre Fähigkeiten nicht ausschöpfen können und dann versuche sie schon, diese Menschen zur Veränderung zu motivieren. Aber vielleicht sei das Gandhi-Wort: „Sei du selbst die Veränderung, die du wünschst“ die hilfreichere Variante, kam aus der Diskussion heraus.

Eine neue Denkweise habe ihr die Auseinandersetzung mit ihrem Spurwechsel gebracht, betonte Katrin Dickhaus aus Tegernsee. Die Architektin hatte eigentlich vorgehabt, künstlerisch-kreativ tätig zu werden, als Coach andere Menschen zu begleiten. Jetzt merke sie, dass sie die neuen Ideen durchaus auch in ihren alten Beruf integrieren könne. Einen anderen Zugang zur Architektur habe sie gefunden, in dem sie zur gemeinsamen Verantwortung aller Beteiligten aufrufe und nicht, dass sich jeder hinter vorgegebenen Regeln verberge.

Für diese neue Sicht aber brauche es Ermutigung, Erfahrung, Neugier, Kraft, Mut und es gebe auch Tränen, sagte Wolfgang Hermann aus Bayrischzell, der sich nach leistungsorientierter Tätigkeit im Management jetzt wieder seiner eigentlichen Berufung, der Fotografie widmet. Für ihn bedeute es Erfüllung, wenn er abends zufrieden auf den Tag zurückschauen könne. Und wenn er merke, Spuren hinterlassen zu können.

Was denn erfolgreiche Spurwechsler auszeichne, fragte man sich. Leidenschaft und Offenheit, meinte Petra Dietzel aus Schaftlach und Elisabeth Leutheusser von Quistorp ergänzte: „Neugier treibt voran“ und „die Freude am Spiel“, meinte Katrin Dickhaus. Aber eben auch das Bewusstsein, dass es schief gehen könne, ergänzte Uwe Alschner.

In jedem Fall aber, darin waren sich alle einig, schaffe die Begegnung mit Menschen, denen man vertrauen könne, und mit denen man sich austauschen könne, eine geeignete Basis für den Wandel. Das Erzählen der eigenen Erfahrungen, die Ermutigung durch andere Menschen, all das trage zur eigenen Entwicklung bei und vermittle Stärke in die eigene Kreativität.

Deshalb soll der Treffpunkt Spurwechsel zu einer regelmäßigen Einrichtung werden, zu dem auch externe Referenten zu einem Impulsreferat eingeladen werden sollen. Dieses Mal hatte ich selbst kurz über das Thema „Orientierung durch Fühlen“ referiert, angeregt durch einen Vortrag von Thomas Steinfurth (siehe www.kulturvision.de). Ohne Emotionen keine Orientierung, hatte der Philosoph gesagt, aber die Emotionen bedürfen einer aktiven Stufe der Interpretation. Diese ist möglich, wenn man sich im gemeinsamen Erzählen austauscht. Womit die philosophische Begründung des Treffpunktes gegeben ist.

Monika Ziegler