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Mit Monika Gierth stellen wir die Initiatorin des Spurwechsel-Projektes im Landkreis Miesbach vor. Warum hat sie die Spur gleich drei Mal gewechselt?

Der erste Spurwechsel geschah unfreiwillig. Aufgewachsen in der DDR, konnte sie ihren Traum, Journalistin zu werden, systembedingt nicht verwirklichen. Dazu wäre ein Eintritt in die Partei erforderlich gewesen. „Diesen Weg wollte ich nicht gehen“ bekräftigt sie noch heute. „Ich glaubte, über ein naturwissenschaftliches Studium dem System entkommen zu können. Es fiel mir anfangs sehr schwer, aber je mehr ich verstand, desto mehr wollte ich wissen und so machte mir die ungeliebte Spur langsam sogar Spaß“.

Monika Gierth war erfolgreich, promovierte und arbeitete in einem renommierten Institut für Festkörperphysik und Elektronenmikroskopie. „Aber ich entkam dem System nicht und letztlich entschied ich mich, einen Ausreiseantrag in die Bundesrepublik zu stellen.“

Seit 1984 lebt Monika Gierth im Landkreis Miesbach. Nach einer Familienpause von vier Jahren begann sie, als Physiklehrerin zu arbeiten. Der Wechsel von der Forschung zum Unterricht erwies sich wieder als große Herausforderung, aber die Arbeit mit jungen Menschen erfüllte sie sehr, so dass sie heute befriedigt feststellt „diese zweite Spur entwickelte sich eigentlich zu einer richtigen Berufung, denn ich war mit Leib und Seele Lehrerin“. Wer sie heute als Dozentin der Stiftung Weltethos, im Holzkirchner Bildungsnetz oder als Leiterin der von ihr begründeten  Schreibseminare erlebt, kann dies nur bestätigen.

Ihren wahren Traum erfüllte sie sich dann im Jahre 1994 mit einer Ausbildung zur technischen Redakteurin. Geplant war eigentlich, zusammen mit einer befreundeten Grafikerin Bedienungsanleitungen für technische Geräte auf den Markt zu bringen. „Aber ich spürte sehr schnell, dass mir das Schreiben journalistischer Texte viel mehr entsprach. Ich schrieb für die VDI-Nachrichten, für die Deutsche Physikalische Gesellschaft, für die Heimatzeitung des Münchner Merkurs und für die Süddeutsche Zeitung“.

Seit 2004 ist sie verantwortlich für die KulturBegegnungen und seit 2012 für Kultur aktuell. Beides sind Medien der von Monika Gierth mitbegründeten  „Kulturvision“, des Vereins zur Förderung der Kultur im Landkreis Miesbach. Damit vollzog sich Monika Gierths dritter Spurwechsel.

In der Kunstszene des Landkreises Miesbach bewegt sie sich mittlerweile wie ein Fisch im Wasser. Kein Wunder, dass man sie oft bittet, Einführungen zu Ausstellungen zu halten oder Diskussionen zu moderieren.

Gierth_AusstellungKroha

Ausstellungseröffnung in der Kroha GmbH, Miesbach

Mit ihren seit 2007 stattfindenden Reithamer Gesprächen hat sie sich längst einen Namen gemacht, aber auch mit ihren literarischen Texten in Anthologien oder in der edition miesbach.

Trotz der vielen Verpflichtungen, die eine große Familie mit sich bringt, hat sich Monika Gierth ihren beruflichen und privaten Herausforderungen stets mit großer Leidenschaft gestellt. „Ich bin fest davon überzeugt, dass jede Tätigkeit erfüllend sein kann, wenn man sie mit Begeisterung ausübt“.

Mit dem gleichen Einsatz widmet sich Monika Gierth ihren vielen ehrenamtlichen Aufgaben. Beeindruckend sind ihre unglaubliche Tatkraft und ihre Fähigkeit, Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenzubringen. Damit hat sie sich ein einmaliges Netzwerk geschaffen, das sich mittlerweile bis nach Niederösterreich und in ihre Heimat Sachsen ausdehnt.

Wie ist es dazu gekommen?

„Das Wort ist für mich wichtig. Ich spreche gerne, ich schreibe gerne und ich stelle gern unterschiedliche  Sachverhalte verständlich und strukturiert dar“. Und – mit Verlaub – ihre Maxime, frei nach Erich Kästner, „es gibt nichts Gutes, außer man tut es“.

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Mit „Rebell“ Heini Staudinger bei der Spurwechsel-Diskussion am 21.4.2013 in Miesbach

Wir verdanken Monika Gierth die Spurwechsel-Initiative im Landkreis Miesbach und ahnen es bei ihrem Tatendrang bereits, dass es dabei nicht bleiben wird.

Isabella Krobisch